Wanderwege

WanderwegeDer Reiz der Gemeinde Neunkirchen–Seelscheid und damit auch der Grund für die hohe Zuwanderung in den letzten Jahren liegt wohl auch darin begründet, daß man einerseits nicht weit zu attraktiven Einkaufsstätten hat, anderseits jedoch Natur pur genießen kann, wenn man denn will. Zu oft nehmen wir unsere Umgebung als selbstverständlich wahr, und achten kaum auf die Schönheit unserer Umgebung.

Und wer einmal in Richtung Windeck, Waldbröl, oder Nümbrecht, vorbei an vielen alten Mühlen, Kapellen und historischem Fachwerk gefahren ist, der weiß, warum man vom "Naturpark Bergisches Land" spricht, zu dem auch die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid zählt, wobei der Name der Region nicht, wie oft angenommen, auf Täler und Höhen zurückzuführen ist, sondern auf die einstige Herrschaft der Herzöge von Berg.

Wer an dieser Stelle noch einen zusätzlichen Anstoß braucht, dem möchten wir auf den folgenden Seiten ein paar Wandertips geben. Jedoch empfehlen wir festes Schuhwerk, denn eins ist klar: "hinger Eesched fingt d'r Dschungel aan!"

Ausführliche Wanderkarten der Sieghöhenwege erhalten Sie an der Theke.

Und sollten Sie von viel frischer Luft Hunger und Durst bekommen haben, so wissen Sie, daß wir Sie herzlich erwarten, so wie wir es seit Generationen tun.




Auf den Spuren der Herren von Stein

Burg HerrnsteinWas vielen Zugewanderten (den Immis) unbekannt ist, ist die Tatsache, daß die Herren von Stein, die in Burg Herrnstein im Bröltal ihre Residenz hatten, seit dem Mittelalter die Großgrundbesitzer der Region waren. Das Schloß selbst geht in seinen ältesten Teilen bis auf das 13. Jahrhundert zurück, und war auch zum Schutz zahlreicher nahegelegener Bergwerke errichtet worden. Die Herrschaft der Herren von Stein vererbte sich später an die Familie von Nesselrode Reichenstein über, die auch heute noch das Erbe der ehemaligen Ländereien durch die gräflich-nesselrodsche Forstverwaltung weiterführt. Von Schloß Herrnstein aus (parken Sie Ihr Auto möglichst vor der Schranke, da diese nach Betriebsschluß geschlossen wird) nehmen wir den mittleren Weg und folgen auf unserer Wanderung einfach der Wegbezeichnung A2 an Bäumen.

Der Weg führt uns hinauf in Richtung Winterscheid und wieder hinunter nach Bröleck von wo aus wir der Bröl entlang bis zu unserem Ausgangspunkt folgen. Natürlich kann man die Strecke auch von Winterscheid oder vom Hatterscheider Kreuz aus auf sich nehmen.

Auf unserer Wanderung kommen wir übrigens an einer kleinen Schlucht vorbei, wo sich vor 60 Jahren sich eine Tragödie abgespielt hat. Noch heute erinnert ein altes Steinkreuz an die Stelle, (auf dem alten Weg zur Burg, gegenüber dem Wanderweg) an der die Gräfin zu Nesselrode tödlich verunglückte, als nach einem Kirchbesuch in Winterscheid die Pferde der Kutsche durchgingen und die Gräfin samt Kutsche in den Tod stürzte. Der Graf konnte sich damals gerade noch retten. Einmal im Jahr wird der Gräfin zu Ehren am Schloß eine Feldmesse gehalten.

Der Park von Burg Herrnstein ist einmal im Monat - in der Regel der 1. Samstag eines Monats - zu besichtigen (Termine im Schaukasten).





Der Mythos "Teufelskiste" im Beierter Wäldchen

Teufelskiste 5 m lang, 1 m breit, 1-1,20 m dick, 20.000 kg

Vom Landgasthaus aus gehen wir auf die Suche nach der sagenumwobenen Teufelskiste, die selbst in einschlägigen Karten eingezeichnet ist und dort als heidnische Kultstätte bezeichnet wird.

Zuerst geht’s bergab nach Oberhorbach, vorbei an der letzten noch arbeitenden Mühle der Gemeinde, von der es um die Jahrhundertwende einmal rund ein Dutzend gab. Für interessierte Wanderer erklärt Ihnen "d´r Dobelkes Paul" sicherlich die Kunst des Mahlens. An der Mühle vorbei gehen wir links den Berg hinauf in das Dörfchen Beiert (Gemeinde Ruppichteroth), wobei zwischen Waldweg oder Straße gewählt werden kann. Wählt man den Waldweg, so kommt man am Beierter Hof hinaus, früher Wohnsitz des Gräflichen Verwalters derer von Herrnstein im nahegelegenen Bröltal. Mit ein bißchen Glück kann man dort in einem der alten Schornsteine den Kauz beobachten, der tagsüber den Hof bewacht und nachts mit seinen guten Augen auf Mäusefang geht.

Egal ob Straße, oder Waldweg, wir erreichen unsere nächste Station: die Beierter Dorfkapelle, die einst zu Ehren der Gefallenen von Ihren Familien errichtet wurde. Von dort aus folgen wir dem Viehtrift in den Beierter Wald, nochmals vorbei an einem Wegekreuz. Bald darauf treffen wir auf eine Gabelung an der wir uns rechts halten. Ein Trampelpfad führt uns kurz dahinter zur Teufelskiste, die einer Sage nach (die Wahrheit weiß natürlich nur der Beierter selbst) den Satan unter sich birgt, der einst in einer nebligen Novembernacht von den Siedlern aus Neunkirchen, Much, und Winterscheid in erbittertem Kampf besiegt wurde. Von dieser Zeit an konnten die Siedler endlich in Ruhe Ihre Hütten bauen und Ihrer Arbeit nachgehen.

Wenn noch heute die Bewohner des Bröltales uneinig werden, fängt der Teufelsfürst unter seinem Stein an zu toben, so daß der Stein sich bewegt und ins Tal hinunterzustürzen droht.

Zurück auf dem Weg gehen wir weiter in Richtung Bröltal und kommen bald wieder auf eine befestigte Straße, die nach Niederhorbach führt, von wo aus es nicht mehr weit nach Eischeid ist, wo gutes Essen und reichlich Gerstensaft ihnen die Strapazen des Wanderns vertreiben werden.

Dies ist nur eine von insgesamt sieben überliefeten Sagen um die Teufelskiste.
Die Beschreibung der Wanderwege können Sie auch herunterladen.





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