Wissenswertes in Sachen Kölsch

Nur eine kleine Auswahl, um Ihnen die Liebe zum Kölsch näherzubringen

Was unterscheidet Kölsch

Steigt bei der Bierherstellung der Hefeschaum nach oben, erhält man Kölsch, setzt er sich unten ab erhält man „nix joodes“. So würde wahrscheinlich ein alteingesessener Kölschliebhaber den Unterschied zwischen Kölsch und anderen Bieren erklären, wobei er die Düsseldorfer Altbierspezialitäten (auch obergärig) mit keiner Silbe erwähnen würde.

Kölsch ist gesund

Kölsch enthält Stoffe, die der Körper der Kölners täglich braucht:
Vitamine: B1, B2, B6, Biotin, Pantothensäure, Folsäure, Nikotinsäure (Wirkung: Anregung des Stoffwechsels, zarte Haut, starke Fingernägel und kräftigen Haarwuchs)
Mineralstoffe: Molybdän, Fluor, Kalium (Wirkung: Kariesprophylaxe, gegen Nierensteine)
Östrogene (Wirkung: hilft der Frau über die Wechseljahre, und dem Manne beim Bauch und Brustaufbau)

Allgemeine Wirkung:

Kölsch regt den Appetit an, fördert die Verdauung und wirkt beruhigend zugleich. Kölsch ist ebenfalls gut bei Herz und Kreislaufinsuffizienz. Eine Flasche warmes Kölsch hilft garantiert bei Erkältungskrankheiten und Grippe. Aus diesem Grunde befand sich in den meisten Brauhäusern ein kleiner Brunnen, in dem Kölsch durch Umspülen mit warmem Wasser erwärmt wurde. (Negative Wirkungen sind in diesem Hause nicht bekannt.)

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Das Pittermännchen

Die schönste Art des Kölsch Genusses !

Das Wort Pittermännchen ist eine Verniedlichung des Namens Peter. In früheren Zeiten waren viele kölsche Jungen auf den Namen Peter-„Pitter“-getauft. Der 29 Juni, Namenstag von Peter und Paul, war der damalige Vatertag, an dem die Männer raus aus der Stadt auf die Felder und Wiesen zogen. Dabei nahmen sie sich das ein oder andere Pittermännchen (10 Liter Fässchen Kölsch) mit.

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Der Köbes

Kölsch wird nicht von irgendjemandem serviert, nein dafür gibt es den Köbes. Wohlgemerkt Kölsch. Sollten Sie bei Ihm z.B. ein Wasser bestellen, könnte es passieren, daß er Ihnen Seife und Handtuch dazu reicht.
Der Köbes ist Vater und Mutter, Seelsorger, Psycho-therapeut, Arzt und Freund in einer Person. Ursprünglich waren die Köbesse, die Pooschte, die Brauereilehrlinge. Wie die reichen Brauherren waren auch die Lehrlinge der Kirche stets verbunden. Sie hangelten sich von Etappe zu Etappe nach Santiago de Compostella, und auf dem Weg dorthin arbeiteten sie in Wirts- und Gasthäusern, und taten was sie von zu Hause aus kannten: Das Bedienen. Und so hieß es eines Tages in Köln: „Na Jung, jehs de wedder köbesse (gehst du wieder auf dem Jakobsweg dein Geld verdienen). Köbesse sind von Natur aus ehrliche Leute, und wenn nicht, schallte es „Schnall aff“. Der Köbes hatte dann im null Komma nix der Geschäftsleitung im Kontörchen die Geldkatze zu übergeben, und konnte nach Hause gehen. Wenn er die Geldkatze am nächsten Tag wiederbekam war das ganze vergeben und vergessen, wenn nicht , war er fristlos entlassen.

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Die Pözjer (Schrömcher)

Das sind 4 senkrechte Striche (Schrömcher ) auf einem Bierdeckel die mit einem mehr oder weniger graden waagerechten Querstrich verbunden sind. Ne Pooz ist eine Tür, ein Pözjen ist ein Türchen. Ist der Bierdeckel einmal umrundet, erinnert das den Kölner an einen Jägerzaun, und ein Segment ist dann quasi ein Pözjen

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Und nun noch ein paar Zahlen

1164   Als die Gebeine der drei heiligen Könige durchs Dreikünningspötzche eingeführt wurden, gab es dem zu Ehren ein leckeres Bierchen auf dem Domvorplatz, jedoch noch kein Kölsch, sondern Medebier (Honigbier)
1220   Erstmals Biersteuer
1414   Älteste Quelle welche den Ausschank von Kölsch belegt
1471   Das Brauen von Kreutebier wird erlaubt. (Das sogenannte Gelbbier, hergestellt aus Gerstenmalz, Dinkel, Weizen und Hopfen)
1516   Deutsches Reinheitsgebot
1861   123 Brauereien im Kölner Stadtgebiet
1872   Eröffnung der Gaststätte und Handlung Josef Herchenbach und Gründung der ersten Kölner Großbrauerei
1890   Konzessionspflicht für Gaststätten
1895   67 Brauereien im Kölner Stadtgebiet
1900   50 Brauereien im Kölner Stadtgebiet
1986   Kölsch wird ein europaweit geschütztes Markenzeichen

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5000 Biere aus 1200 Brauereien alleine in Deutschland - Warum gerade

Reissdorf Kölsch Heinrich Reissdorf, Schneidermeister aus Bergheim/Erft, der es dank seines ausgezeichneten Rufes zu Ansehen und Wohlstand gebracht hatte, kaufte im Alter von 50 Jahren im Kölner Vringsveedel ein Grundstück und gründete dort, auf Anraten seiner Söhne, am 4. September 1894 die „Obergärige Brauerei Heinrich Reissdorf“.
Als er 7 Jahre später starb, setzten seine Frau Gertrud und seine 5 Söhne sein Werk fort und bauten die Brauerei weiter aus. Zum Leitwesen eines wahren Kölschfreundes verschwand im Jahre 1923 die Bezeichnung „Obergärig“ aus dem Firmennamen, da von nun an auch untergärige Biere vor der Brauerei nicht halt machten.
Reissdorf Kölsch wurde damals am liebsten „en d´r Pooz“, in der ehemaligen Toreinfahrt der Brauerei getrunken. Kam ein Fuhrwerk, so wurden die Wandbänke hochgeklappt, Ross, Fuhrwerk und Kutscher konnten passieren.
Im Krieg wurde die Brauerei zu 90 % zerstört, jedoch kurze Zeit später war„dat Wasser von Kölle“ schon wieder zu haben, das sogenannte Colonia Quell. Seit Anfang der 70er wird in der Brauerei im Vringsveedel wieder ausschließlich Reissdorf Kölsch gebraut, und auch in Siphons abgefüllt. Die Brauerei Reissdorf steht heute unter Obhut und Leitung der vierten Generation der Familie Reissdorf und gehört damit zu den wenigen Kölsch Brauereien die sich noch auf Tradition und Familie berufen können.

„Eines der Besten Kölschbiere überhaupt, ist überraschend prickelnd auf der Zunge und angenehm im Geschmack, leicht aromatisch, gut ausgeglichen zwischen Malz und Feinbitter.“ (Zitat: Kleine Bierkunde für Genießer/Folker Kraus- Weysser)

Unser Fazit: Gute Kölsch Brauer gibt es wie eh und je viele, jedoch Brauereien die heute noch Eigenständig sind und sich auf Tradition berufen können, leider nur wenige. Hinter einer solchen Brauerei, wie die der Familie Reissdorf kann man als Wirt und Kölschliebhaber noch 100%igstehen. Leider werden zur Zeit keine Besichtigungen der Brauerei angeboten, doch uns wurde versichert, daß dieses in geraumer Zeit möglich wäre.

Das Wichtigste jedoch bleibt und ist: En Kölsch, en lecker Kölsch

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5000 Biere aus 1200 Brauereien alleine in Deutschland - Warum gerade Bitburger Pils

Bitburger Pils Kennen Sie Kyllburg ? Aus diesem kleinen Ort in den tiefen der Eifel stammte Johann Peter Wallenborn, vom Berufe Braumeister, der im Jahre 1817 im Alter von 33 Jahren in Bitburg eine Brauerei gründete, die heutige Bitburger Brauerei. Nach seinem Tode 1839 übernimmt seine Tochter Elisabeth die Brauerei und heiratet drei Jahre später Ludwig Bertrand Simon, dessen Familiennamen die Brauerei noch heute trägt. 1877 ist die Schallmauer von 1000 Hektoliter Jahresausstoß erreicht. Einige Jahre später wird in der Bitburger Dampfbierbrauerei (Hinweis auf das mit Dampf beheizte Brauhaus) das erste Bier nach Pilsener Brauart gebraut. 30 Pferde waren für den Biertransport zuständig, bevor auch in den Tiefen der Eifel die Eisenbahn Einzug hielt. 1923 kostete ein Hektoliter Pils 22 Milliarden Mark. Gegen Kriegsende wurde die Brauerei fast vollständig zerstört, doch schon im Jahre 1949 wurden wieder 55.000 Hektoliter ausgestoßen. Die Zahlen überschlugen sich nun. Zum 150jährigen Geburtstag der Brauerei ( 1967 ) betrug der Ausstoß 500.000, 1973, kurze Zeit bevor die 6. Generation der Familie die Nachfolge des Unternehmen antritt, wird die magische Grenze von 1 Million Hektolitern durchbrochen. Im Laufe der Jahre erweiterte sich die Brauerei um den Gerolsteiner Brunnen, die Köstritzer Schwarzbierbrauerei, die Schultheiß Brauerei / Koblenz und weitere Brauereien und Brunnen, und ist mittlerweile eine der bedeutendsten der über 1200 Brauereien Deutschlands.

„Bitte ein Bit“: Während einer Urlaubsreise schnappt Bert Simon die Worte „ Bitte noch ein Bit“ bei einem Kellner auf. Er erkannte die Werbewirksamkeit dieses Kellnerspruches und prägte den Slogan „Bitte ein Bit“, der noch Heute der bekannteste der deutschen Braubranche ist.

„Das auffallend helle Bier aus der Eifel bewegt sich geschmacklich zwischen feinem Malz- und herbem Hopfenton. Aufgrund langer Gär- und Lagerdauer sowie besonderer Hefe wird der gesamt Malzzucker abgebaut und damit das Bier sehr bekömmlich.“ (Zitat: Kleine Bierkunde für Genießer/Folker Kraus- Weysser)

Unser Fazit: Gute Pils Brauer gibt es wie eh und je viele, jedoch Pilsbrauereien die aus dem Eischeider Umland kommen und sich auf Familientradition berufen können, leider nur wenige. Hinter einer solchen Brauerei, wie der des Peter Wallenborn aus Kyllburg, kann man als Wirt und Pilsliebhaber 100%ig stehen.

Und ganz nebenbei, das Wichtigste jedoch bleibt und ist: Ein Pils, ein leckeres Pils

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